Informationen zur Chirotherapie

Wann kann Chirotherapie helfen ?

Ob Blockaden oder andere Ursachen für Ihre Beschwerden verantwortlich sind, muss der Chirotherapeut zunächst herausfinden. Manchmal wird vor der Behandlung ein Röntgenbild angefertigt , um andere Ursachen der Beschwerden oder Gegenanzeigen auszuschließen.
Zeigt sich eine Blockade als alleinige Ursache der Beschwerden, so ist die Chirotherapie eine schnell wirksame und schonende Behandlungsmethode.
Gelenkverschleiß oder Gelenkentzündungen können durch die Chirotherapie nicht behandelt werden. Allenfalls kann die Chirotherapie Begleiterscheinungen von Gelenkverschleiß (z.B. entstandene Blockierungen durch Schonhaltung) beseitigen.

Was passiert bei der Chirotherapie ?

Bei der Chirotherapie wird der Bewegungsapparat zunächst genau so untersucht, wie Sie es vom Hausarzt oder vom Orthopäden vielleicht schon kennen.
Im zweiten Schritt werden gezielt die blockierten Gelenke der Wirbelsäule durch Ertasten von Gewebeverhärtungen ausfindig gemacht. Anschließend wird der Patient in einer geeigneten Position gelagert. Die Blockaden werden dann durch gezielte Handgriffe gelöst. Häufig ist direkt nach der Chirotherapie bereits eine Linderung der Beschwerden zu verspüren. Manchmal sind auch weitere Sitzungen nötig, damit die Beschwerden vollständig verschwinden.

Der Körper reagiert auf eine bestehende Blockierung, indem er das betroffene Gelenk zunächst ruhigstellen will. Dies erfolgt durch schmerzhafte Muskelanspannung. Nachdem die Blockierung vom Therapeuten gelöst wurde, dauert es noch einige Zeit, bis sich auch die Muskelverspannungen lösen. Häufig merkt der Patient erst einige Stunden nach der Therapie, ob diese einen dauerhaften Erfolg hat.

Tut Chirotherapie weh ?

Bei der Chirotherapie soll es nicht zu Schmerzen kommen. Hierzu führt der Chirotherapeut zunächst einen sogenannten Probezug durch. Es wird die geplante Bewegung des Gelenkes sanft angedeutet. Kommt es beim Probezug zu Beschwerden, wird erneut die Chirodiagnostik durchgeführt, um dann mit einem anderen Handgriff die Blockierung schmerzlos zu lösen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Chirotherapie weitgehend hin zu sanfteren Techniken entwickelt. Techniken, bei denen ein großer Impuls (viel Kraft und schnelle Bewegungen) angewandt wird, kommen kaum noch zum Einsatz.

Was bedeutet es wenn die Gelenke laut knacken ?

Das Knacken der Gelenke bei der Chirotherapie entsteht wenn sich die Gelenkflächen voneinander entfernen. Es ist jedoch kein Zeichen dafür, dass die Chirotherapie erfolgreich war. Alleine die Schmerzlinderung und nicht das Knacken ist das wesentliche Kennzeichen für eine gelöste Blockade. Häufig ist die Chirotherapie auch ohne hörbares Knacken erfolgreich.

Welche Risiken entstehen bei der Chirotherapie?

Richtig angewendet birgt die Chirotherapie für die gesunde, stabile Wirbelsäule fast keine Gefahren. An stark vorgeschädigten Wirbeln, zum Beispiel bei Osteoporose (Knochenschwund), kann die Manipulation allerdings weitere Schäden verursachen. Beim Verdacht auf eine Knochenerkrankung werden vor der Behandlung Röntgenbilder angefertigt.

Eine Besonderheit stellt die chirotherapeutische Behandlung der Halswirbelsäule dar, da in diesem Bereich die Schlagadern zum Kopf verlaufen. Deshalb erfolgt die Behandlung an der Halswirbelsäule besonders schonend.

Kann zu häufige Chirotherapie schädlich sein?

Gelenke werden durch Bänder und Muskeln stabilisiert. Die Bänder der Gelenke werden bei der Chirotherapie leicht gedehnt. Patienten die sehr gelenkig sind, haben lockere Bänder und  leiden auch häufiger unter Blockierungen. In diesem Falle sind die Blockierungen einerseits meist recht leicht zu lösen, da der Therapeut hier nur einen leichten Impuls anwenden muss. Andererseits macht es jedoch keinen Sinn, dauerhaft in kurzen Abständen chirotherapeutische Behandlungen durchzuführen, da hierdurch die Bänder eher noch lockerer werden.  In diesem Fall kommen andere Therapiemethoden wie z.B. gezieltes Training zum Muskelaufbau zur Anwendung.

Zahlt meine Krankenkasse die Behandlung?

Chirotherapie stützt sich auf biochemische und neurophysiologische Erkenntnisse und Prinzipien und wird als anerkannte Therapiemethode von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Kann Chirotherapie auch bei Kindern angewendet werden ?

Bedingt durch das Wachstum, lockere Bänder und noch schwach ausgebildete Muskulatur leiden gerade Kinder und Jugendliche häufig unter Blockaden. Durch die Chirotherapie kann ihnen bei Gelenkbeschwerden wirksam geholfen werden.

Die Therapie der Kopfgelenke bei Säuglingen ist jedoch ein Spezialgebiet welches nur von wenigen Therapeuten durchgeführt wird. Ich bitte sie, sich hierfür an diese spezialisierten Therapeuten zu wenden.

Weitere Begriffe:

Manuelle Therapie

Manuelle Therapie ist gleichbedeutend mit Chirotherapie.

Manuelle Therapie durch Physiotherapeuten

Manuelle Therapie (=Chirotherapie) ist eine Zusatzqualifikation. Ärzte und Physiotherapeuten mit dieser Bezeichnung müssen eine standardisierte zusätzliche Ausbildung nachweisen.  Die Manipulation an der Wirbelsäule bleibt hierbei Ärzten vorbehalten.

Chiropraktik

Im Unterschied zur Chirotherapie ist Chiropraktik ein ungeschützter Begriff. Es können Heilpraktiker oder Ärzte Chiropraktik durchführen. Häufig haben diese Chiropraktiker eine fundierte Ausbildung und sind in der Lage Patienten fachkundig zu helfen. Aber mangels einheitlicher Ausbildungsordnung kann sich ein Heilpraktiker oder Arzt auch ohne wesentliche Ausbildung oder Kenntnisse in diesem Bereich Chiropraktiker nennen.

Zurück zu Chirotherapie